Refugees

Ein Teller warme Suppe
Flucht ist für mich nichts Unbekanntes. Als ich 7 Jahre alt war, das war 1945 kurz nach Kriegsende, haben mich die Kriegs- und Nachkriegswirren ins sächsische Oberfrohna gespült. Es herrschte Hungersnot. Wir (meine Mutter, meine Schwester (11 Jahre), und ich) entschlossen uns deshalb, bei Nacht und Nebel Richtung Westen zu ziehen, und zwar in die Nähe von Bremen, weil meine Mutter da herkommt.
Wir sind dann auch nach einer abenteuerlichen Flucht über die „grüne Grenze“ endlich auf einem Bauernhof südlich von Bremen gelandet (in Bremen selbst war nichts mehr frei, weil ein großer Teil der Häuser in Trümmern lag).
Ich weiß noch genau wie das war, als wir endlich auf einem Bauernhof ankamen. Es roch so würzig. Als wir dann in die Küche kamen, stellte die Bäuerin jedem von uns einen Teller Suppe hin, und was für eine! Ein Teller mit Suppe, auf der Fettaugen schwammen! Meine Schwester und ich waren so fassungslos, dass wir zunächst nur dasaßen und auf die Suppe starrten. Erst als die Bäuerin, die inzwischen mit den Tränen kämpfte, uns zum Essen aufmunterte, griffen wir beide wie auf Kommando zum Löffel, und schlangen in Höchstgeschwindigkeit die Suppe in uns rein.
Ich kann mich noch sehr gut an das Gefühl erinnern, endlich irgendwo angekommen zu sein bei Menschen, die mir etwas zu Essen gegebenen haben, in einem richtigen Bett zu schlafen, und nicht unter einem Regencape.
Deshalb meine Bitte an alle, die etwas gegen Flüchtlinge einzuwenden haben:
Bitte nehmt die Flüchtlinge auf, gebt ihnen etwas zu Essen, gebt ihnen Unterkunft!
HvH

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.