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Bewusstsein als Eigenschaft der Natur 11.08.2011

Donnerstag, August 11th, 2011

These: „Bewusstsein“ ist eine Eigenschaft der Natur, wie z.B. Energie, Raumzeit etc.

„Bewusstsein“ hier in Anführungszeichen, weil sich hinter diesem Begriff ein ganzer Komplex von Bedeutungen verbirgt.
Eine Analogie: Wir sehen eine grüne Wiese. Physikalisch werden Lichtwellen bzw. Lichtquanten von der Wiese reflektiert. Wir empfangen diese mit unserer Netzhaut, wo sie Nervenimpulse erzeugen, die an das Gehirn weiter geleitet werden.Nur sehen wir keine Lichtquanten bzw. Lichtwellen, sondern die Farbe grün. Wir interpretieren also die physikalische Tatsache in einer Weise, dass wir den subjektiven Eindruck einer Farbe haben. Niemand weiß, ob mein Nebenmann die Wiese genau so sieht wie ich; die Art der Interpretataion ist eine persönliche Angelegenheit.
Ähnlich könnte es mit dem „Bewusstsein“ sein. Nehmen wir an, es gäbe da etwas in der Natur, nennen wir es „ewiges Bewusstsein“, „Weltgeist“ oder „Tao“, und jedes Lebewesen kann dieses etwas in sich aufnehmen und entsprechend seiner spezifischen Beschaffenheit interpretieren, dann würde jeder sein spezielles individuelles Bewusstsein entwickeln. Es entsteht dadurch die Illusion der Individualität. Unser wahres Sein spielt sich aber jenseits der Individualität ab. Das Problem, weshalb Mensch Nr. N genau ich bin, entpuppt sich damit als Scheinproblem, wenn ich davon ausgehe, dass sich mein wahres Sein, und das aller Lebewesen, jenseits der Individualität, und jenseits von Raum und Zeit, abspielt. Indem wir unseren Standpunkt von unserem individuellen ICH zu diesem „Tao“ verschieben, und damit einen „Blick von nirgendwo“ (Thomas Nagel) einnehmen, schrumpft dieses ICH in der Masse aller Ichs zur Bedeutungslosigkeit. Mensch Nr. N ist jetzt einer unter vielen ohne besondere Auszeichnungen.